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Neugründungen

Finden Sie in Ihrem Umfeld keine passende Gruppe, dann helfen wir Ihnen gerne bei der Neugründung einer Selbsthilfegruppe oder vermitteln Kontakte zu überregionalen Selbsthilfegruppen /Verbänden.

Informationen zur Gründung einer Selbsthilfegruppe

Müssen bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe Formalien beachtet werden?

Nein. In Deutschland herrscht Versammlungsfreiheit. Sie können sich mit anderen Menschen treffen warum, wo und wie Sie wollen – sofern Sie nicht, und das sind die einzigen Ausnahmen, unser Grundgesetz oder unsere Demokratie in Frage stellen wollen oder gefährden. Suchen Sie sich Gleichbetroffene und verabreden Sie wiederkehrende gemeinschaftliche Treffen, dann ist Ihre Selbsthilfegruppe existent.

Welche rechtliche Einordnung hat eine Selbsthilfegruppe?

Ist die Selbsthilfegruppe ein Zusammenschluss von einzelnen Privatpersonen und nicht als Verein organisiert, so bildet sie im juristischen Sinne eine „Gesellschaft des bürgerlichen Rechts“ (GbR). Das Miteinander, Haftung, Verantwortung, Pflichten sind in unserem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt (§§ 705 ff.), weswegen wird eine solche Gesellschaft auch als „BGB-Gesellschaft“ bezeichnet.

Brauchen Selbsthilfegruppen Geld?

Selbsthilfegruppen bestimmen ihre Arbeitsweise und Ziele selbst. Dafür brauchen viele Selbsthilfegruppen eigentlich gar kein oder kaum Geld. Gelegentlich wird zur Finanzierung von Kaffee/Tee und Kekse anlässlich des Gruppentreffens eine freiwillige Kaffeekasse aufgestellt. Andere wiederum brauchen für ihre Gruppenarbeit Zuschüsse, zum Beispiel für die Mietkosten des Gruppenraums, für Telefon-, Porto- oder Kopierkosten.

Braucht die Selbsthilfegruppe ein eigenes Bankkonto?

Zur Führung einer Kaffeekasse sicherlich nicht. Auch wenn Ausgaben für Telefon oder Porto sich im kleinen überschaubaren Rahmen bewegen, wird sich das mit einer Barkasse regeln lassen. Dann ist es gut, wenn die Gruppe für sich klärt, wie das Führen der Barkasse geregelt werden soll. Wer soll für die Kasse verantwortlich sein? Was soll daraus bezahlt werden? Wie wird Transparenz über Einnahmen und Ausgaben hergestellt? Es ist gut, diese Regelungen auch schriftlich zu verfassen. Dann finden sich auch neue Mitglieder schnell zurecht.

Möchte die Selbsthilfegruppe Fördergelder der Krankenkassen erhalten, benötigt die Gruppe auch ein Bankkonto. Ist die Gruppe bereits als Verein organisiert, kann sie problemlos bei jeder Bank oder Sparkasse ein eigenes Konto führen. Manche Kreditinstitute bieten den Selbsthilfegruppen kostengünstige Sonderkonditionen für das Bankkonto an. Fragen Sie danach.
Sofern die Gruppe kein Verein ist, kann die Eröffnung eines Bankkontos mit Schwierigkeiten verbunden sein. Eine Selbsthilfegruppe ist ja keine eigenständige Rechtspersönlichkeit, sie kann also als Gruppe nicht ohne weiteres Verträge abschließen. Es sei denn sie hat einen „Gesellschaftsvertrag“, in dem Zweck, Verantwortlichkeit und Haftung geregelt sind.

    

Müssen wir unsere Selbsthilfegruppe als Verein organisieren?

Es gehört in die gemeinschaftliche Entscheidungsfreiheit der Gruppenmitglieder, ob sich die Gruppe in ihren Strukturen und Regeln eines Vereins organisieren möchte. Wächst eine Gruppe zu vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern heran und entwickelt sich eine arbeitsteilige Organisation, die die anfallenden Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt, stellen sich auch Fragen zur Vertretungsbefugnis, Pflichten und Haftung. Die Rechtsform als Verein bietet die Möglichkeit, sich auch in größerer Gemeinschaft zu strukturieren und rechtssicher Verbindlichkeiten zu regeln.

Braucht die Selbsthilfegruppe eine Leitung?

Selbsthilfegruppen haben keine Leitung von außen. Alle Teilnehmer/innen sind gleichgestellt und helfen sich gegenseitig; jede/r kann Leitungs- und Arbeitsaufgaben für den Gruppenprozess und für die Darstellung in der Öffentlichkeit übernehmen. Therapeut/innen, Ärzt/innen wirken bei der unmittelbaren Gruppenarbeit nicht mit.
Manche Gruppen benutzen am Anfang Handbücher für die Gruppenarbeit. Dies mindert die erste Unsicherheit, erschwert es jedoch, einen selbständigen Stil zu finden.
Am meisten Erfolg verspricht das freie Gespräch über sich und die eigenen Probleme. Dazu braucht es keine besonderen Fähigkeiten, sondern nur Mut zur Offenheit.

Wie oft und wie lange sollte sich die Gruppe treffen?

Wichtig sind vor allem regelmäßige Treffen über einen längeren Zeitraum. Es ist sinnvoll, die Anfangs- und Endzeiten der Treffen festzulegen und einzuhalten. Die meisten Gruppen treffen sich einmal pro Woche für 2-3 Stunden.

Wie groß sollte die Selbsthilfegruppe sein?

Eine gute Größe für Selbsthilfegruppen, in deren Zentrum das persönliche Gespräch steht, ist 6-12 Personen.

Ihr direkter Kontakt zu uns:

Über unser Kontaktformular erheben wir einige wenige Daten zum Zwecke der Kommunikation. Lediglich Name und E-Mail Adresse sind hierbei zwingend anzugeben, um uns die Möglichkeit einer Antwort zu geben. Sollten Sie dies nicht wünschen, rufen Sie uns gern über +49 340 661 58 117 an.
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